Besuch in Neerpair

„Ich war heute Nacht im Traum ein Dalit“,
erzählt Niklas beim Frühstück. So tief bewegte ihn der Besuch in Porur, einem kleinen Dorf. Hier leben Menschen in ärmlichsten Verhältnissen, wie man sie sich als Europäer nicht vorstellen kann. Die palmwedelgedeckten Hütten bieten 70 %igen Schutz vor dem Monsun; mit jedem verrotteten Dachteil wird der Schutz geringer. Auch die Lehmwände vieler Hütten machen den Eindruck, nicht allzu stabil zu sein. Dazwischen sehen wir vereinzelt ein Häuschen aus Stein: hier half eine der Hilfsorganisation. Auf dem Rundgang zeigen uns die Bewohner stolz ihre Kochstellen aus Lehm vor der Hütte.
Vor diesem Hintergrund überrascht uns der überaus herzliche Empfang, der uns bereitet wird: Wir werden mit Blumenkränzen geschmückt, erhalten das Tikka (Segenszeichen) auf der Stirn, erleben das traditionelle Begrüßungszeremoniell. Unter dem großen Baum vor dem Haus der Ortspfarrers lauschen wir auf Stühlen sitzend den Dankesworten; die Inder sitzen auf dem Boden. Vor mir sehe ich alte, zerbrechliche und Gesichter, in denen das Leben seine Spuren hinterlassen hat. Sie sitzen da mit großer Würde und die Selbstverständlichkeit, mit der sie uns ehrend behandeln, ist kaum erträglich.
Hütte in Porur

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